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Mit zwei Ecken zum ersten Dreier

Foto: Hans KrämerWolsfeld Fußball-Kreisliga B II: Der besseren Spielanlage und einem Chancenplus zum Trotz: Die SG Neuerburg stand am Ende der Saisonauftaktpartie in Wolsfeld mit leeren Händen da. Gastgeber SG Nimstal nutzte seine Standardstärke gleich zwei Mal eiskalt aus.

Die Nachspielzeit der Nachspielzeit lief bereits in der Partie zwischen der SG Nimstal-Alsdorf-Niederweis und der SG Neuerburg. Schiedsrichter Herbert Reicher ließ noch den einen Eckball für die Hausherren ausführen - und der brachte in der 90.+7 Minute den vielumjubelten Treffer zum 2:1. Die Abwehr der Gäste bekam den zunächst an den zweiten Pfosten geschlagenen Ball nicht wegverteidigt, und dann war es Tim Hoffmann, der aus einem halben Meter zur Stelle war und traf. Ihre Stärke nach Ecken hatte die Mannschaft von Trainer Jörg Liewer damit zum zweiten Mal in dieser umkämpften Begegnung ausgenutzt: Gut eine halbe Stunde war absolviert, da unterlief Neuerburgs Nico Bares nach Hereingabe von Kapitän Michael Bermes ein Eigentor (31.).

Bis zu diesem Zeitpunkt hätte indes die von Frank Niesen trainierte Spielgemeinschaft aus Neuerburg, Ringhuscheid, Ammeldingen und Karlshausen führen müssen. Technisch besser als die die in vielen Aktion fahrig wirkenden Nimstaler, traf Sturmtank Denis Kartz den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig (3.). Dann schoss Nico Bares nach einem gelungenen Spielzug nur knapp vorbei (7.). Sieben Minuten später ließ Aaron Scheuern im Nimstaler Tor das Spielgerät nach einem Versuch von Johannes Pfaifel abklatschen, Kartz reagierte am schnellsten, verpasste dann aber in bester Position das Ziel und zielte vorbei.

Mit der Führung im Rücken hätte die Liewer-Elf fast erhöht. Jakob Priesmann steuerte in der 34. Minute auf Marvin Kandels zu, der Neuerburger Schlussmann blieb aber in diesem Duell der Sieger und klärte. Sekunden darauf der Ausgleich: Martin Schmitz traf mit einem platzierten Schuss aus 18 Metern halblinker Position ins lange Eck.

Wenn auch spielerisch wenig zusammenlief bei den Vereinigten aus Alsdorf, Niederweis, Wolsfeld und Messerich, so waren sie mit Pässen in die Tiefe gegen die nicht immer sattelfeste Hintermannschaft der Gäste ein ums andere Mal gefährlich. So wie in der 39. Minute. Der durchsetzungsfreudige Tim Hoffmann ließ Florian Schmitz stehen, fand dann aber auch seinen Meister im aufmerksamen Kandels.

Nicht beschweren dürfen hätten sich die Nimstaler, wenn es in der 45. Minute Elfmeter gegen sie gegeben hätte. Noah Zehren hatte Pfaifel im Strafraum zu Fall gebracht. Schiedsrichter Reicher, der auch sonst mit einigen schwierig aufzulösenden Aktionen konfrontiert war, entschied aber auf Weiterspielen.

Da Stammtorwart Philipp Peters im Urlaub war, stand mit Aaron Scheuern ein gelernter Feldspieler zwischen den Nimstaler Pfosten. „Nur in der A-Jugend hat er bis dato ab und an mal im Tor gespielt“, berichtete sein Coach hinterher. Liewer lobte den Auftritt des 18-Jährigen ausdrücklich. Seine größten Taten vollbrachte Scheuern kurz nach dem Seitenwechsel. Zunächst lenkte er mit einer Glanzparade den kernigen Weitschuss Pfaifels noch über die Latte (48.), dann tauchte er erfolgreich ins kurze Eck ab, als Niklas Kandels in aussichtsreicher Position zum Abschluss gekommen war (51.). Auf der Gegenseite sorgte mal wieder eine Ecke für Gefahr. Beim anschließenden Kopfball von Fabian Winter parierte Marvin Kandels wiederum bärenstark.

Bei brütend heißen Temperaturen auf dem gut zu bespielenden Wosfelder Rasenplatz erlahmten allmählich die Kräfte. Vieles deutete auf ein Remis zum Saisonstart hin. In der Nachspielzeit ging Nimstal aber aufs Ganze, hatte mehr zuzusetzen als sie ersatzgeschwächten Gäste, bei denen gleich fünf Stammkräfte urlaubsbedingt oder verletzt fehlten. Zunächst rettete der kurz zuvor eingewechselte Walid Berghout gegen Andreas Reines auf der Torlinie (90.+5), dann bewies Torwart Kandels erneut seine Klasse: Im Stile eines Eishockeytorwarts riss er die Arme hoch, als Tim Hoffmann alleine auf ihn zusteuerte und mit einem Lupfer abschließen wollte (90.+6). Kurz danach war aber auch der gute Neuerburger Keeper machtlos ...

Konsterniert kauerte Neuerburgs Trainer Niesen nach dem Abpfiff auf der Bank. Er sprach von einer Partie, „in der es rauf und runter ging“. Das Spiel hätte zuvor auch zugunsten seiner Elf kippen können. „Wer einen Fehler mehr macht verliert – so ist das in solch engen Spielen“.

Sein Gegenüber Liewer, der früher selbst mal sechs Jahre lang die SG Neuerburg trainiert hatte, entschuldigte sich fast für den Last-Second-Sieg: „Im Großen und Ganzen wäre ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen. Vieles lief bei uns noch nicht zusammen. Eigentlich haben wir das in den vergangenen Wochen besser gemacht, waren heute vielleicht auch etwas nervös. Der Gegner war aber auch gut.“

SG Nimstal-Alsdorf-Niederweis – SG Neuerburg 2:1 (1:1)

Niederweis: Aaron Scheuren - Fabian Winter, Lars Galter, Noah Zehren, Jakob Priesmann (52. Andreas Reines), Oliver Schabo, Michael Bermes (81. Francesco Hubert), Patrick Fandel, Tim Hoffmann, Leon Hoffmann, Hannes Rodens

Neuerburg: Marvin Kandels - Nico Bares (72. Sebastian Schulze), Simon Leiner, Johannes Schmitz, Patrik Rechin, Sven Mayers, Martin Schmitz, Maximilian Maiers, Johannes Pfaifel, Denis Kartz (60. Maximilian Maiers), Niklas Kandels (90.+4 Walid Berghout)

Schiedsrichter: Herbert Reicher (Roth an der Our) - Zuschauer: 75

Tore: 1:0 Nico Bares (31. Eigentor), 1:1 Martin Schmitz (34.), 2:1 Tim Hoffmann (90.+7)

Quelle: volksfreund.de