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Wolsfeld ist kein totes Dorf

WolsfeldVor einem Jahr wurde die neue Ortsumgehung bei Wolsfeld fĂŒr den Verkehr freigegeben. Seitdem fahren die bis zu 10 000 Fahrzeuge, die jeden Tag zwischen Bitburg und Echternach unterwegs sind, grĂ¶ĂŸtenteils an Wolsfeld vorbei. Die HĂ€ndler im Ort sind davon unterschiedlich betroffen. Manche spĂŒren es kaum, andere trifft es hart.

Wolsfeld. (uhe) Die BefĂŒrchtung, dass man in Wolsfeld auf der Europastraße schlafen könne, wenn erst die Umgehung fertig sei, hat sich nicht bestĂ€tigt. Zwar wurde der innerörtliche Verkehr - wie erwartet - drastisch reduziert, doch es sind nach wie vor Fahrzeuge auf der breiten Nord-SĂŒd-Achse der Gemeinde unterwegs. Darunter auch einige, die von der Europastraße in die Holsthumer Straße abbiegen.

Dort nĂ€mlich ist der Sitz einer Metzgerei, deren Chef Klaus Görgen die Schattenseiten der Umgehung kaum spĂŒrt. "Wir haben bislang eigentlich keine Einbußen gehabt", sagt Görgen und begrĂŒndet das mit der Stammkundschaft und den frĂŒhen Öffnungszeiten der Metzgerei. Trotz Umgehung wĂŒrden nach wie vor viele Pendler die Metzgerei auf ihrem Weg zur Arbeit ansteuern. Gleiches gilt auch fĂŒr die BĂ€ckerei AlbertmĂŒhle in der Europastraße. Dort gab es gleich nach Umgehungseröffnung UmsatzeinbrĂŒche, doch wie Mitarbeiterin Rita Nickels erklĂ€rt, hat sich mittlerweile wieder alles eingependelt.

Doch beim Verkauf von Gebrauchtwagen sieht es anders aus. Josef Kaufmann erklĂ€rt: "Wir sind so weit, dass wir unser GebrauchtwagengeschĂ€ft aufgeben. FrĂŒher hatte ich mal 40 Gebrauchtwagen auf meinem Hof stehen, jetzt noch vier." Sein Fahrzeughandel liegt direkt an der Europastraße; er habe frĂŒher 80 Prozent seines Umsatzes dieser Lage zu verdanken gehabt. Diese Zeiten sind vorbei. "Ich wusste, dass es dazu kommen wird", sagt Kaufmann.

Eher aufgestockt hat sein GeschĂ€ft indes Wolfgang KrĂŒtten, der einen Reifenhandel betreibt. Dass es in diesem Jahr trotz Umgehung gut gelaufen sei, war nicht zuletzt die Folge der Abwrack-PrĂ€mie: Wer im Sommer ein neues Auto kauft, braucht spĂ€ter auch Winterreifen. Zudem habe der Durchgangsverkehr bei ihm ohnehin nur einen geringen Einfluss auf das GeschĂ€ft.

Damit die Hungrigen, Durstigen und Rastsuchenden weiterhin den Ort ansteuern, gibt es seit einigen Wochen entlang der Umgehung Hinweisschilder zu Gastronomie- und Fremdenverkehrsangeboten in Wolsfeld. Denn die B 257 ist nach wie vor Teil einer internationalen Verkehrsachse zwischen Skandinavien und SĂŒdeuropa und wird deshalb auch von vielen Urlaubern genutzt.

Mit der Umgehung habe auch der Fremdenverkehr an Kundschaft eingebĂŒĂŸt, sagt OrtsbĂŒrgermeister Heinz Junk, dessen Frau ein Wirtshaus betreibt. Er ist jedoch zuversichtlich, dass sich das in den nĂ€chsten Jahren reguliert. Zudem habe sich mit der Umgehung die Lebens- und damit auch die UrlaubsqualitĂ€t in Wolsfeld erhöht. "Wir werden das ĂŒberleben", sagt Junk. "Wolsfeld ist jetzt kein totes Dorf."

Extra Umgehung Wolsfeld: Mit Eröffnung der Ortumgehung im Dezember 2008 ist das eingetreten, wofĂŒr die BĂŒrgerinitiative "Umgehung jetzt" 17 Jahre lang gekĂ€mpft hatte. So hatte es auf dem Bundesstraßenabschnitt, der bis dahin durch Wolsfeld fĂŒhrte, seit 1975 mehr als 100 UnfĂ€lle gegeben, von denen 13 tödlich endeten. Vor vier Jahren wurde mit dem Bau der knapp drei Kilometer langen Umgehung begonnen. Knapp sieben Millionen Euro hat der Bund investiert. Überschattet wurde die Freude ĂŒber die Umgehung von einem weiteren tödlichen Unfall, der sich wenige Wochen nach der Freigabe an einer der beiden neuen Anschlussstellen ereignet hatte. Kritik gab es daher auch an der Planung dieser AnschlĂŒsse, da sie nicht kreuzungsfrei sind. Der Landesbetrieb MobilitĂ€t Gerolstein arbeitet nicht zuletzt deshalb an einem Anschlussstellenkonzept, um alle B 257-AnschlĂŒsse zwischen Bitburg und Irrel sicherer zu gestalten. (uhe)

Quelle: volksfreund.de