Wolsfeld steht nicht nur fürs Bergrennen

Meldung vom 06 Jul 2020

Wolsfeld. Der Tischtennissport erlebt in der Südeifel-Gemeinde eine neue Blütezeit. Für den Aufschwung gibt es mehrere Gründe.
Von Mirko Blahak
Aus sportlicher Sicht ist die 1000-Einwohner-Gemeinde Wolsfeld vor allem wegen des Bergrennens bekannt. Doch auch die Tischtennisspieler des örtlichen SV Wolsfeld sorgen inzwischen wieder für lokalen Sport-Glanz in der Süd­eifel.

In der vergangenen, coronabedingt vorzeitig abgebrochenen Saison schafften gleich vier Mannschaften des SVW die Meisterschaft. Die erste Seniorenmannschaft steigt als Bezirksliga-Erster in die 2. Verbandsliga Rheinland Süd/West auf. Jeweils ungeschlagen machten auch die zweite und fünfte Mannschaft ihr Meisterstück in der 1. Kreisklasse Süd sowie 3. Kreisklasse Süd. Beide Teams spielen in der neuen Saison in der Kreisliga Eifel sowie in der 2. Kreisklasse Süd. In der Jugend belegte die sechste Mannschaft Rang eins in der 2. Kreisklasse Süd.

„Die Tischtennisabteilung des SV Wolsfeld hat damit den größten sportlichen Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert“, jubelt Frank Schmitz, Mannschaftsführer der ersten Seniorenmannschaft. Dieses Team steht beispielhaft für den Aufschwung, der das Ergebnis intensiver Arbeit in den vergangenen Jahren ist. Die erste Garnitur feierte binnen fünf Jahren nun drei Aufstiege – von der Kreisliga ging’s hoch in die Verbandsliga.

1967 wurde im SV Wolsfeld die Tischtennisabteilung gegründet. Sie stellte immer wieder gute Senioren- und Jugendmannschaften, doch zwischenzeitlich hatte der Sport enorm an Popularität bei Kindern und Jugendlichen eingebüßt. Die Folge: Vor zehn Jahren stellte der SVW nur noch zwei Senioren- und zwei Jugendmannschaften.

Es musste sich etwas ändern. Und es änderte sich etwas. Ein Meilenstein: Im Jahr 2013 startete „Vereinslegende“ Ewald Engeln im Alter von 71 Jahren mit Tischtennis-Schnupperkursen in der Grundschule Wolsfeld. Das wirkt. Aktuell schickt der SVW sechs Jugendmannschaften und zwei Anfängerteams ins Rennen. Die erste Jugendmannschaft spielt dabei in der 1. Rheinlandliga – der höchsten Verbandsklasse.

Inzwischen ist Engeln 78 Jahre alt – und er gestaltet weiterhin bis zu zehn Trainingsstunden pro Woche in der Grundschulhalle. Die Aufbauarbeit macht sich auch bei den Erwachsenen bemerkbar – aktuell nimmt der SVW mit sechs Seniorenteams am Spielbetrieb teil.

„Tischtennis in Wolsfeld hat einen Stellenwert erreicht, wie man dies früher nur vom Fußball her kannte“, sagt Schmitz.

Auch das Umfeld zieht mit. Das Spitzenspiel der ersten Seniorenmannschaft in der vorigen Saison gegen den TTV Dreis verfolgten laut Verbandsstatistik 84 Zuschauer – eine für Tischtennis-Verhältnisse enorme Kulisse.

„In der neuen Spielzeit fahren wir nicht mehr nur zum Wandern oder zum Wochenendausflug an Rhein und Nahe, sondern zu Duellen im Tischtennis“, sagt Schmitz, der 2012 mit seiner Familie nach Wolsfeld gezogen war. 2015 fing er beim SVW wieder mit dem Tischtennis an – nach einer 14-jährigen Pause. Triebfedern waren sein heutiger Mannschaftskollege Carsten Neumann, der ebenfalls nach langer Auszeit wieder zum Schläger griff, sowie Sonja Maiers.

„Bemerkenswert ist, dass alle Spieler der ersten Seniorenmannschaft in Wolsfeld wohnen oder wohnten“, sagt Schmitz, für den der aktuell Erfolg viele Väter und Mütter hat: „Eltern, die sich anbieten, bei Auswärtsspielen der Schüler und Jugendlichen mit Fahrdiensten und in der Betreuung den Trainer zu unterstützen, haben genauso einen Anteil wie ein Sieg einer Seniorenmannschaft. Ein Helfer, der bei Heimspielen warme Würstchen zubereitet, leistet auch seinen Beitrag zum Erfolg.“ Für die Zukunft hat Schmitz zwei Wünsche: erstens, dass die Dynamik anhält und durch die aktuelle Corona-Krise keine Delle bekommt, und zweitens, dass regelmäßig 100 Zuschauer zu den Heimspielen kommen.

Quelle: Trierischer Volksfreund

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