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Danke, Momo

Das Corpus DelictiWOLSFELD. (man) Hunderte Menschen warten gespannt auf die Darmentleerung eines Esels. Das gibt es nur bei einer Eselmist-Lotterie. In Wolsfeld fand eine solche Aktion statt.

Einen Bierstand haben sie aufgestellt, Kaffee und Kuchen organisiert. Sogar Radio und Zeitung sind gekommen - und das alles nur wegen Momo. Rund um sein Gehege neben dem Transportanhänger bewundern glänzende Kinderaugen den Esel. Die Erwachsenen schauen eher gespannt. Momo ist Trubel nicht gewohnt. Normalerweise grast er in aller Ruhe die Niederweiser Wiesen ab.

Doch heute ist kein normaler Tag in seinem Leben. Heute ist Momo der Star. Der Esel wird den Job machen, den sonst die charmanten Fernseh-Damen übernehmen. Er ist Lotto-Fee. Gut 250 Menschen sind nur wegen ihm zum Wolsfelder Sportplatz gekommen. Gleich werden sie alle darauf warten, dass er seine Quaste hebt und auf den Sportplatz kackt. Dann stehen die Gewinner der ersten Wolsfelder Eselmist-Lotterie fest. Es geht um viel Geld. 6400 Euro werden auf etwa 1100 Lose, die für jeweils zehn Euro verkauft wurden, ausgespielt. Der Restbetrag fließt für die Sanierung des Sportplatzes in die Kasse des Wolsfelder Sportvereins. "Unserem Verein fehlt noch Geld", sagt Reiner Eppers vom SV Wolsfeld, "da ist uns die Idee mit der Eselmist-Lotterie gekommen."

Das Fluchtlicht wird nicht gebraucht

Schon öfter wurde in der Eifel ein Kuhfladen-Roulette veranstaltet. Der Esel als Glücksfee ist aber ein Novum bei den tierischen Lotterien. "Lotto mit dem Esel fanden wir origineller als mit der Kuh", frotzelt Eppers. Ob Kuh oder Esel - das Prinzip dieser Aktion ist einfach: Kurz vor Beginn wird jeder Losnummer per Zufallsgenerator ein Feld von einem Quadratmeter Fläche auf dem Sportplatz zugeteilt. Alle Quadrate zusammen ergeben eine Fläche von rund einem Drittel des Sportplatzes, das eingezäunt wird. Dort darf sich der Esel austoben, bis er einen Haufen macht.

Am Rand dieses Feldes sind meterweise Markierungen auf den Rasen gesprüht. Mit gespannten Seilen lässt sich anschließend genau bestimmen, in welchem Quadratmeter Momo seine "Lottokugeln" fallen gelassen hat.

Da diese jedoch nicht exakt in einem Feld landen müssen, sondern auch genau zwischen zwei Felder fallen können, gibt es neun verschiedene Konstellationen der Gewinnverteilung. Das macht die Sache wieder komplizierter. Neben Überlegungen über die Fallvarianten von Eselmist mussten sich die Organisatoren vom Wolsfelder Sportverein auch mit Formalien beschäftigen. "Die Lotterie haben wir uns bei der Kreisverwaltung offiziell genehmigen lassen", berichtet Reiner Eppers. Sogar ein Notar hätte das Spektakel überwachen müssen. Nach Absprache mit den Behörden reiche es jedoch aus, dass der Wolsfelder Bürgermeister Heinz Junk die Verantwortung trage. Nach neunmonatiger Vorbereitung hat das Warten ein Ende - für die Veranstalter, die Lotto-Spieler und Momo.

Die Lotterie beginnt. Der Esel darf auf die Piste. Rundherum schauen ihm Hunderte Zaungäste aufs Hinterteil. Momo läuft quer übers Feld, frisst hier, frisst da und ist so glücklich, dass er sich vor Freude sogar auf dem Boden wälzt. Wie lange sein Schließmuskel hält, weiß niemand - außer Momo. "Wir haben uns erkundigt. Angeblich muss er alle sechs Stunden", sagt Eppers. Gut, dass es auf dem Sportplatz Flutlichter gibt. Heute werden sie nicht gebraucht. Nach einer halben Stunde hebt Momo seinen Schwanz und drückt die Entscheidung heraus. Das Publikum applaudiert und jubelt. Nun stehen die Gewinner fest. Zufällig hat Momo neben das Feld des TV -Mitarbeiters gekackt. Zweite Gewinnklasse: 750 Euro sind das. Danke, Momo.

Quelle: volksfreund.de

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